Montag, 23. Juni 2014

Wlanmodul Edimax EW7811 ID 7392:7811 in Linux Mint 17 bzw. Ubuntu 14.04 richtig einbinden

Alle, die den oben genannten Wlan-USB-Stick verwenden, werden das Problem nach der Installation von Linux Mint 17 mitbekommen haben. Irgendwann steigt der Stick aus und man hat plötzlich keine funktionierende Internetverbindung mehr. Bei mir trat das Problem mitten in einer Paketinstallation auf und ich dachte schon an andere Schwierigkeiten ala Paketverwaltung. Aber dann kam mir der Gedanke wie ein Blitz. Es ist das alte Problem mit dem Standardtreiber rtl8192cu mit dem verwendeten Wlanmodul.
Diese kurze Anleitung stellt eigentlich nur einen behelfsmäßigen Fix dar, da es noch kein passendes, neues Kernelmodul für Mint 17 bzw. Ubuntu 14.04 gibt. Vielleicht ist es ja nur Zufall das es funktioniert, aber ich habe es einfach mal auf Verdacht ausprobiert.
Die Anleitung hier ist für mein Edimax Wlan Adapter EW7811 gedacht, welcher die Hardware ID 7392:7811 aufweist. Auf der Edimaxseite gibt es ja sowieso nix zu holen und so sucht man normalerweise auf der Realtekseite nach dem passenden Treiber. Normalerweise nimmt man dort den RTL8188CUS. Wie ich gesehen habe, wurde das Paket dort aktualisiert, aber leider nur bis Kernel 3.9. Dieses habe ich ausprobiert und man erhält beim Bauen des Moduls Fehler und somit auch kein neues Kernelmodul. Also habe ich weiter recherchiert. Im Ubuntuusersforum wurde ich fündig. Leider geht dort die Lösung etwas unter, da dort noch weitere Probleme besprochen werden und eigentlich für den Kernel 3.11 beworben wurde. Dennoch kann man dieses Paket hier nehmen! 
Wenn man das Archiv heruntergeladen hat dann muß man es natürlich noch entpacken. Am Besten gleich in den Home-Ordner, sodass ein Verzeichnis rtl8192cu-fixes entsteht. Nun folgt die eigentliche Anleitung wie im Posting zu Edimax unter Mint 13.


Wichtig ist hierbei noch mit dem Standarttreiber rtl8192cu ins Internet zu kommen, um die fehlenden Pakete herunterladen zu können. 
  1. Ein Terminal starten. Ein lsusb im Terminal fördert folgende Hardware zu Tage:  Bus 002 Device 002: ID 7392:7811 Edimax Technology Co., Ltd EW-7811Un 802.11n Wireless Adapter [Realtek RTL8188CUS]
  2. Das passende Treiberarchiv haben wir ja oben schon heruntergeladen und an entsprechende Stelle entpackt.
  3. Damit der Treiber gebaut werden kann ist es wichtig die build-Pakete zu installieren. Mit einem sudo apt-get install --reinstall linux-headers-$(uname -r) build-essential unzip geschieht dies nach Eingabe des Root-Passworts. Wie bereits erwähnt ist eine funktionierende Internetverbindung hier noch wichtig. Ggf. den PC / Laptop per Kabel an den Router hängen.
  4. Danach müssen wir nun den alten Standarttreiber mit einem sudo modprobe -r rtl8192cu entfernen. Damit geht die LED am Wlanstick aus und die Internetverbindung ist unterbrochen.
  5. Nun wechseln wir mit einem cd /rtl8192cu-fixes in das Verzeichnis, wo wir den eigentlichen Treiber entpackt haben. Bei mir sieht es in etwa so aus: oliver@oliver-desktop:~/rtl8192cu-fixes >
  6. Ein make baut das neue Modul 8192cu in dieses Verzeichnis. Lief bei mir übrigens ohne Fehler einwandfrei mit ein paar Fehlern dennoch durch. Die Fehler beziehen sich auf irgendwelchen Androidkram, welchen wir ja sowieso nicht brauchen. Ist make fertig kann man mit ls überprüfen was so alles in dem Verzeichnis steckt. Sollte die folgenden Dateien und Ordner enthalten: oliver@oliver-desktop:~/rtl8192cu-fixes > ls
    8192cu.ko 8192cu.o core ifcfg-wlan0 Makefile os_dep wlan0dhcp 8192cu.mod.c blacklist-native-rtl8192.conf dkms.conf include modules.order README.md 8192cu.mod.o clean hal Kconfig Module.symvers runwpa
  7. Nun ein sudo make install bringt unser neues Modul an die richtige Stelle. Sollte  ohne Fehler durchlaufen. Ein modinfo 8192cu liefert nach Erfolg Informationen zu dem Modul.
  8. Mit sudo modprobe 8192cu laden wir nun dieses neue Modul und schwups sollte die Wlan-LED an der Hardware aufleuchten. Wir können uns nun, via Netzwerksymbol, wie gewohnt im bevorzugten Netz anmelden.
  9. Anschließend noch folgende Dateien mit Root-Rechten bearbeiten. Einmal sudo pico /etc/modprobe.d/blacklist.conf ausführen und dort den alten Treiber mit blacklist rtl8192cu eintragen und mit der Tastenkombi Strg+O speichern und Strg+X schließen. Dies sperrt das alte, fehlerhafte Kernelmodul. Damit das neue Modul automatisch beim Start geladen wird, die entsprechende Datei mit sudo /etc/modules öffnen und um den Eintrag 8192cu ergänzen. Ebenfalls Strg+O und Strg+X schließt die Sache erfolgreich ab.
  10. Exit eingeben und das Terminal wird geschlossen.
  11. Zu guter Letzt veranlassen wir noch einen Neustart des Rechners, um den Erfolg zu genießen.
Damit sollte der Edimax EW7811un nun einwandfrei unter Linux Mint funktionieren, zumindest solange man den Kernel nicht ändert. Bei einem Update dessen muss man die Prozedur erneut abarbeiten. 
Wie gesagt, ist das angegebene Paket für den Kernel 3.11 und bisher habe ich noch kein passendes für den 3.13 gefunden. Dennoch konnte ich so das Modul erfolgreich für meinen aktuellen Kernel bauen und somit auch verwenden. Langzeittest hab ich noch nicht gemacht, aber ich bin zuversichtlich.
Leider weiß ich nicht wie man ein altes Treibermodul für neuere Kernel anpassen kann, dennoch ist dies aber irgendwie möglich. Wenn ich es wüsste hätte ich selbst schon ein passendes gebastelt. Vielleicht ist es gar nicht so schwer. Bis dahin nehme ich dieses oben genannte Archiv.
Getestet wurde die Anleitung von mir auf einem PC mit Linux Mint 17 KDE RC in 64 Bit.

Viel Spass beim Ausprobieren und ich hoffe ich konnte damit einigen Leidensgenossen helfen.
 ;-)


Achtung: Jeder weiß das man durch Fremdpakete sein System beschädigen kann, daher erfolgt die Verwendung aus Fremdquellen immer auf eigene Gefahr.

Sonntag, 15. Juni 2014

Linux Mint 17 Xfce RC erschienen

Wieder einmal eine gute Nachricht. Die beliebte Mint Distribution gibt es seit heute, den 15.06.2014, auch mit Xfce-Oberfläche, als neuste Version 17. Auch hier werden Updates bis 2019 in Aussicht gestellt. Damit folgt auch diese Version der LTS Baureihe. Aber Achtung, es handelt sich bisher nur um den RC. Die fertige Version wird sicherlich wie gewohnt in ca. zwei Wochen herunter-ladbar sein. Wer nicht warten möchte greift zum RC, denn auch dieses wird durch die Updates zur finalen Mintversion. Der große Vorteil von Xfce ist die Sparsamkeit mit den vorhandenen Ressourcen, demnach für ältere Rechner durchaus gut verträglich.