Samstag, 26. Juli 2014

The Witcher 2 mit Steam unter Linux Mint

Die beliebtesten Postings aus meinem Blog sind oft die Beiträge zu einigen Games. Statistiken nennen hier Patrizier 2 zu den Top's. Deshalb heute mal ein paar neue Zeilen für euch.

Spielen unter Linux wird immer schöner, besser und dazu noch unheimlich bequem. Ein Weg führt z.B. über den vorhandenen Steam-Account. Steam ist übrigens eine Plattform, welche eine Art "All in One" -Unterhaltungsbasis darstellen möchte.
Hier hat man (alle) seine Spiele unter einem Dach, kann Teil einer Community sein, Inhalte erstellen / teilen, Spiele kaufen und sogar verschenken, darüber hinaus Plattform übergreifend auf seine Inhalte zugreifen.  
Wer Steam unter Linux Mint 17 ausprobieren möchte kann einfach über die Paketverwaltung den Steam-Client installieren. Im Terminal mit den Zeilen sudo apt-get install steam-launcher zu bewerkstelligen. Hat man ein älteres Mint, oder ein anderes Linux kann man sich Steam auch über die offizielle Seite im Netz laden und installieren. 
Der Steam-Client sieht genauso aus wie unter Windows und auch der Big Picture Modus funktioniert ebenfalls wie unter anderen Systemen.     Erhältlich sind über 600 Games, welche unter Linux funktionieren sollen. Darunter einige kostenlose "free to play" Titel, wie z.B. DOTA 2, NO MORE ROOM IN HELL und andere zu finden. Dem steht also ein kostenloser Test nichts im Wege. Oft kann man aber auch zu vergünstigten Preisen einige tolle Games ergattern. Ich habe mir beim Steam Summer Sale 2014 das Rollenspiel "The Witcher 2" für unglaubliche 2,99 € gegönnt. Dass das Spiel unter Linux sauber funktioniert habe ich bereits mehrere Stunden getestet. Vorausgesetzt ist aber eine performante Hardware und ausreichend Speicher. Saugt der Steam-Client locker mal über 16 GB für dieses Spiel auf die Platte. Installiert beläuft sich die Größe bei mir derzeit auf fast 20 GB. Dafür kann das Spiel in Sachen Grafik überzeugen.
Wie bereits erwähnt, eine starke Hardware vorausgesetzt. Mit 4 Kerner und aktueller Geforce GTX kann man schon hohe Grafikeinstellungen genießen. Mein neuer 8 Kerner mit höherem Basistakt (4,2GHz) merzt merklich gefühlt nochmal ein paar Ruckler aus, sodass meine 770 GTX die hohen Details flüssig wiedergeben kann. Die Einstellungen hab ich nicht arg verändert und über alle Funktionen hab ich mich noch nicht schlau gemacht, bzw. weiß die Wirkung auch gar nicht. Derzeit ist es so wie im Bild eingestellt.
Wo man nun ein paar FPS herausholen kann weiß ich nicht. Aber bisher läuft es so sehr gut bei mir, natürlich in Full HD.
Das Einzige, was bei mir bisher negativ aufgefallen ist, ist eine Fehlermeldung nach dem Beenden des Spiels. Hier öffnet sich ein Absturzdialog mit vielen Zeilen Code, den ich nicht zu deuten vermag. Ich sende den Crash-Reprot ab und zu an Steam, in der Hoffnung auf Besserung. Wobei dies das Spielverhalten nicht wirklich beeinträchtigt. 
Ich hoffe, ich konnte bei einigen Linux-Usern die Lust auf Steam wecken und wünsche jetzt viel Vergnügen mit der eigenen "Steam-Box". 
Derweil zock ich eine Runde Civilization 5, natürlich unter Linux Mint! 
;-)         

Montag, 23. Juni 2014

Wlanmodul Edimax EW7811 ID 7392:7811 in Linux Mint 17 bzw. Ubuntu 14.04 richtig einbinden

Alle, die den oben genannten Wlan-USB-Stick verwenden, werden das Problem nach der Installation von Linux Mint 17 mitbekommen haben. Irgendwann steigt der Stick aus und man hat plötzlich keine funktionierende Internetverbindung mehr. Bei mir trat das Problem mitten in einer Paketinstallation auf und ich dachte schon an andere Schwierigkeiten ala Paketverwaltung. Aber dann kam mir der Gedanke wie ein Blitz. Es ist das alte Problem mit dem Standardtreiber rtl8192cu mit dem verwendeten Wlanmodul.
Diese kurze Anleitung stellt eigentlich nur einen behelfsmäßigen Fix dar, da es noch kein passendes, neues Kernelmodul für Mint 17 bzw. Ubuntu 14.04 gibt. Vielleicht ist es ja nur Zufall das es funktioniert, aber ich habe es einfach mal auf Verdacht ausprobiert.
Die Anleitung hier ist für mein Edimax Wlan Adapter EW7811 gedacht, welcher die Hardware ID 7392:7811 aufweist. Auf der Edimaxseite gibt es ja sowieso nix zu holen und so sucht man normalerweise auf der Realtekseite nach dem passenden Treiber. Normalerweise nimmt man dort den RTL8188CUS. Wie ich gesehen habe, wurde das Paket dort aktualisiert, aber leider nur bis Kernel 3.9. Dieses habe ich ausprobiert und man erhält beim Bauen des Moduls Fehler und somit auch kein neues Kernelmodul. Also habe ich weiter recherchiert. Im Ubuntuusersforum wurde ich fündig. Leider geht dort die Lösung etwas unter, da dort noch weitere Probleme besprochen werden und eigentlich für den Kernel 3.11 beworben wurde. Dennoch kann man dieses Paket hier nehmen! 
Wenn man das Archiv heruntergeladen hat dann muß man es natürlich noch entpacken. Am Besten gleich in den Home-Ordner, sodass ein Verzeichnis rtl8192cu-fixes entsteht. Nun folgt die eigentliche Anleitung wie im Posting zu Edimax unter Mint 13.


Wichtig ist hierbei noch mit dem Standarttreiber rtl8192cu ins Internet zu kommen, um die fehlenden Pakete herunterladen zu können. 
  1. Ein Terminal starten. Ein lsusb im Terminal fördert folgende Hardware zu Tage:  Bus 002 Device 002: ID 7392:7811 Edimax Technology Co., Ltd EW-7811Un 802.11n Wireless Adapter [Realtek RTL8188CUS]
  2. Das passende Treiberarchiv haben wir ja oben schon heruntergeladen und an entsprechende Stelle entpackt.
  3. Damit der Treiber gebaut werden kann ist es wichtig die build-Pakete zu installieren. Mit einem sudo apt-get install --reinstall linux-headers-$(uname -r) build-essential unzip geschieht dies nach Eingabe des Root-Passworts. Wie bereits erwähnt ist eine funktionierende Internetverbindung hier noch wichtig. Ggf. den PC / Laptop per Kabel an den Router hängen.
  4. Danach müssen wir nun den alten Standarttreiber mit einem sudo modprobe -r rtl8192cu entfernen. Damit geht die LED am Wlanstick aus und die Internetverbindung ist unterbrochen.
  5. Nun wechseln wir mit einem cd /rtl8192cu-fixes in das Verzeichnis, wo wir den eigentlichen Treiber entpackt haben. Bei mir sieht es in etwa so aus: oliver@oliver-desktop:~/rtl8192cu-fixes >
  6. Ein make baut das neue Modul 8192cu in dieses Verzeichnis. Lief bei mir übrigens ohne Fehler einwandfrei mit ein paar Fehlern dennoch durch. Die Fehler beziehen sich auf irgendwelchen Androidkram, welchen wir ja sowieso nicht brauchen. Ist make fertig kann man mit ls überprüfen was so alles in dem Verzeichnis steckt. Sollte die folgenden Dateien und Ordner enthalten: oliver@oliver-desktop:~/rtl8192cu-fixes > ls
    8192cu.ko 8192cu.o core ifcfg-wlan0 Makefile os_dep wlan0dhcp 8192cu.mod.c blacklist-native-rtl8192.conf dkms.conf include modules.order README.md 8192cu.mod.o clean hal Kconfig Module.symvers runwpa
  7. Nun ein sudo make install bringt unser neues Modul an die richtige Stelle. Sollte  ohne Fehler durchlaufen. Ein modinfo 8192cu liefert nach Erfolg Informationen zu dem Modul.
  8. Mit sudo modprobe 8192cu laden wir nun dieses neue Modul und schwups sollte die Wlan-LED an der Hardware aufleuchten. Wir können uns nun, via Netzwerksymbol, wie gewohnt im bevorzugten Netz anmelden.
  9. Anschließend noch folgende Dateien mit Root-Rechten bearbeiten. Einmal sudo pico /etc/modprobe.d/blacklist.conf ausführen und dort den alten Treiber mit blacklist rtl8192cu eintragen und mit der Tastenkombi Strg+O speichern und Strg+X schließen. Dies sperrt das alte, fehlerhafte Kernelmodul. Damit das neue Modul automatisch beim Start geladen wird, die entsprechende Datei mit sudo /etc/modules öffnen und um den Eintrag 8192cu ergänzen. Ebenfalls Strg+O und Strg+X schließt die Sache erfolgreich ab.
  10. Exit eingeben und das Terminal wird geschlossen.
  11. Zu guter Letzt veranlassen wir noch einen Neustart des Rechners, um den Erfolg zu genießen.
Damit sollte der Edimax EW7811un nun einwandfrei unter Linux Mint funktionieren, zumindest solange man den Kernel nicht ändert. Bei einem Update dessen muss man die Prozedur erneut abarbeiten. 
Wie gesagt, ist das angegebene Paket für den Kernel 3.11 und bisher habe ich noch kein passendes für den 3.13 gefunden. Dennoch konnte ich so das Modul erfolgreich für meinen aktuellen Kernel bauen und somit auch verwenden. Langzeittest hab ich noch nicht gemacht, aber ich bin zuversichtlich.
Leider weiß ich nicht wie man ein altes Treibermodul für neuere Kernel anpassen kann, dennoch ist dies aber irgendwie möglich. Wenn ich es wüsste hätte ich selbst schon ein passendes gebastelt. Vielleicht ist es gar nicht so schwer. Bis dahin nehme ich dieses oben genannte Archiv.
Getestet wurde die Anleitung von mir auf einem PC mit Linux Mint 17 KDE RC in 64 Bit.

Viel Spass beim Ausprobieren und ich hoffe ich konnte damit einigen Leidensgenossen helfen.
 ;-)


Achtung: Jeder weiß das man durch Fremdpakete sein System beschädigen kann, daher erfolgt die Verwendung aus Fremdquellen immer auf eigene Gefahr.